Am Arbeitsplatz aktiv werden

  1. Sensibilisieren Sie Ihr Arbeitsumfeld
    Nur wenn überall aktiv für Gleichberechtigung gestritten wird, kann dem Rechtsextremismus
    erfolgreich entgegengetreten werden. Machen Sie Rechtsextremismus,
    Rassismus und Antisemitismus im Betrieb immer wieder zum Thema — ob bei Betriebsfesten,
    im Pausengespräch oder in Betriebsversammlungen. Gerade Rassismus
    verbirgt sich oft in beiläufigen Bemerkungen und Handlungen. Weisen Sie darauf
    hin.
  2. Informieren Sie sich
    Nur wer weiß, wie Rechtsextreme auftreten und wie viel Rassismus auch in einigen
    alltäglichen Argumenten steckt, kann solche Positionen differenziert kritisieren. Bereiten
    Sie sich auf eine Auseinandersetzung vor und nutzen Sie dafür die Möglichkeiten,
    die Ihnen im Rahmen des Bildungsurlaubs, in Azubi-Fortbildungen oder in
    Schulungen des Arbeitgebers zur Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes
    (AGG) zur Verfügung stehen.
  3. Beziehen Sie deutlich Position
    Achten Sie darauf, dass rechtsextreme und rassistische Sprüche, Schmierereien
    oder Kleidung nicht hingenommen werden: Widersprechen Sie und machen Sie damit
    auch Umstehenden klar, dass solche Einstellungen im Betrieb nicht toleriert
    werden.
  4. Schaffen Sie vertragliche Regelungen
    Machen Sie für alle sichtbar, dass diskriminierendes Auftreten im Betrieb nicht
    geduldet wird. Erarbeiten Sie z.B. einen Antidiskriminierungs-Kodex oder eine Betriebsvereinbarung
    für ein diskriminierungsfreies Unternehmen. Eine solche Selbstverpflichtung
    hat vertraglichen Charakter. Außerdem bezieht der Betrieb damit
    deutlich Stellung und stärkt diejenigen, die von Beleidigungen und Diskriminierung
    bedroht sind.
  5. Seien Sie solidarisch mit den Opfern
    Diejenigen, die von Rechtsextremen beleidigt, bedroht oder angegriffen werden, dürfen
    nicht allein gelassen werden. Ergreifen Sie Partei für die Opfer und wehren Sie sich gemeinsam.
    Wählen oder ernennen Sie kompetente Ansprechpartner / innen im Betrieb,
    an die sich Betroffene wenden können und die weiterführende Hilfe vermitteln.
  6. Ermuntern Sie andere zum Widersprechen
    Ein solidarisches Betriebsklima kann nur erreicht werden, wenn möglichst vielen
    Menschen im Betrieb Mut gemacht wird, sich gegen rassistisches Verhalten zu positionieren.
    Betriebsräte und Führungskräfte tragen als Vorbilder dabei eine besondere
    Verantwortung.
  7. Setzen Sie Zeichen gegen rechtsex treme Gewalt
    Für rechtsextreme Gewalttäter / innen muss deutlich werden, dass solches Verhalten
    — auch außerbetrieblich — negative Auswirkungen auf ihre Arbeitssituation hat.
    Distanzieren Sie sich nachdrücklich, indem Sie z.B. dazu beitragen, dass gewalttätige
    Azubis nicht in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen werden.
  8. Unterstützen Sie bürgerschaftliches Engagement
    Projekte, die sich gegen rechtsextreme Aufmärsche oder Läden engagieren, sind
    auf die Hilfe breiter gesellschaftlicher Kreise angewiesen. Schaffen Sie für dieses Engagement
    betriebsinterne Öffentlichkeit, indem Sie z.B. Plakate aufhängen, Unterschriftenlisten
    auslegen, in Betriebszeitungen Artikel zum Thema publizieren oder
    Geld für Proteste zur Verfügung stellen.
  9. Vernetzen Sie sich
    Nur wenn Aktivitäten gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus
    von vielen unterschiedlichen Akteuren getragen werden, können sie langfristig erfolgreich
    sein. Vernetzen Sie sich deshalb mit anderen Unternehmen, mit Berufsschulen
    oder mit zivilgesellschaftlichen Initiativen. Koordinieren Sie ihr Vorgehen
    und beteiligen Sie sich an gemeinsamen Projekten.
  10. Nutzen Sie rechtliche Möglichkeiten
    Zahlreiche Rechtsvorschriften wie das Betriebsverfassungsgesetz und das Allgemeine
    Gleichbehandlungsgesetz (AGG) haben das Ziel, Benachteiligungen
    und Diskriminierungen im Betrieb zu verhindern und zu beseitigen. Nutzen Sie
    diese Möglichkeiten.